Axpo-Rezepte für eine sichere Stromversorgung
Die «Axpo Energy Reports» analysieren, welche Technologien unter welchen Bedingungen und zu welchen Kosten Winterstrom liefern können. Fazit des Konzerns: Die Herausforderung ist lösbar.
Die «Axpo Energy Reports» analysieren, welche Technologien unter welchen Bedingungen und zu welchen Kosten Winterstrom liefern können. Fazit des Konzerns: Die Herausforderung ist lösbar.
Die Herausforderung ist laut den Reports lösbar – mit einer klugen Kombination mehrerer Technologien. Aus den möglichen Kombinationen stellen die Reports zwei ohne Fördermittel realisierbare Szenarien vor, die beide «eine verlässliche, emissionsarme und bezahlbare Stromversorgung» ermöglichen.
Macht die Schweiz weiter wie bisher, ist die Stromversorgung gefährdet – mit enormen Risiken und Kosten für Wirtschaft und Gesellschaft. Das zeigt auch der Versorgungssicherheits-Index des Branchenverbandes VSE. Dabei wären die Voraussetzungen für die Schweiz laut dem Energiekonzern Axpo gut: namentlich dank Wasserkraft, Kernenergie und ihrer zentralen Lage im europäischen Stromnetz. Doch die für die Dekarbonisierung notwendige Elektrifizierung von Mobilität und Wärme sowie das Bevölkerungswachstum werden den Strombedarf erhöhen. Hinzu kommt der steigende Energiebedarf durch die Digitalisierung. Gleichzeitig sollen AKW abgeschaltet werden, die Wasserkraft hat kaum noch Ausbaupotenzial. Der Solarausbau läuft zwar, doch mit Vorbehalten, was den dafür nötigen Netzausbau angeht. Zudem liefert die Sonne im Winter weniger Strom.
Axpo hat diese Ausgangslage zum Anlass genommen, ein ergebnisoffenes Analyseprojekt zu lancieren: die «Axpo Energy Reports». Sie sind das Ergebnis intensiver Analysetätigkeiten von rund 50 Expertinnen und Experten aus allen Axpo-Geschäftsbereichen sowie einer Zusammenarbeit mit externen Institutionen, unter anderem der ETH Zürich und dem Paul-Scherrer-Institut. Zusätzlich wurde ein Advisory Board einbezogen, das auf politischer Seite parteiübergreifend besetzt ist und auch Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Beratung sowie Umwelt- und Industrieverbände umfasst. Entstanden sind mehrere Technologieberichte sowie ein Synthesebericht mit zwei Szenarien. Axpo stellt die Reports allen Interessierten zur Verfügung, um die energiepolitische Diskussion mit Fakten zu stärken. Dabei geht es um die Frage, was für die Schweiz am besten ist.
Die Reports stellen zwei Szenarien für eine verlässliche, emissionsarme und bezahlbare Stromversorgung vor. In beiden Szenarien wird die Stromversorgung primär im Inland sichergestellt, aber durch die enge Zusammenarbeit mit den Nachbarländern abgesichert. Dazu ist ein Stromabkommen notwendig. Die Szenarien unterscheiden sich besonders im Winter-Strommix. Beide Szenarien lassen sich ohne Ausbau der Fördermittel realisieren, bedürfen aber einer Umschichtung zugunsten von Winterstrom.
Szenario 1 besteht aus einer ausgewogenen Mischung aus Wasserkraft, mehr Photovoltaik, deutlich mehr Windkraft sowie einigen marktaktiven Gaskraftwerken als flexible Ergänzung. Letztere bedienen die aufgrund des Ausbaus der Erneuerbaren stetig wachsende Nachfrage nach flexibler Produktion und sichern die Winterversorgung auch bei kritischen Wetterlagen.
In Szenario 2 entscheidet sich die Schweiz für den Neubau von zwei Kernkraftwerken. Diese koexistieren mit den anderen Technologien, denn auch dieses Szenario umfasst Wasserkraft, mehr Photovoltaik, mehr Windkraft sowie marktaktive Gaskraftwerke. Neue Kernkraftwerke reduzieren jedoch den Ausbaubedarf bei allen anderen Technologien deutlich.
Aus den Szenarien ergeben sich für die Autorinnen und Autoren der Analyse einige Massnahmen, nämlich einen längeren Betrieb der bestehenden AKW, eine Anpassung der Fördermittel für Winterstrom, mehr Windkraft und Rahmenbedingungen für Gaskraftwerke, die regulär am Strommarkt teilnehmen. Ohne Umsetzung sei man auf die Reservekraftwerke und Gas sowie auf mehr Stromimporte angewiesen.
In einer Mitteilung bekräftigt Axpo, dass Szenario 2 für sie nicht im Vordergrund stehe: «Ohne eine umfassende Risikoübernahme durch den Staat wären die finanziellen Risiken neuer Kernkraftwerke für kein Unternehmen tragbar.»
Die «Axpo Energy Reports» finden Sie auf: www.axpo.com/energy-reports