Ursache sind vor allem nicht mehr planbaren Abnahmevergütungen. Sicher werden vZEV und LEG den Solarstromausbau voranbringen. Anlagen für den Eigenverbrauch lohnen sich. Demgegenüber lohnen sich Anlagen immer weniger, die den Strom ins Netz einspeisen und so Teil der Versorgungsinfrastruktur sind. Der einseitige Fokus auf den Eigenverbrauch bremst den PV-Ausbau.
Es geht ohne AKW
Im Zusammenhang mit dem Gegenvorschlag zur Blackout-Initiative hat der Bundesrat angekündigt, die Energieszenarien fürs Jahr 2060 zu aktualisieren. Damit will er aufzeigen, wie es nach 2050 energiepolitisch weitergeht. Gleichzeitig will der Bundesrat neue AKW wieder zulassen. Nichts kommt da gelegener, als dass das Ausbauziel für die neuen erneuerbaren Energien nicht erreicht wird. Es ist im Sinne der AKW-Lobby, dass der PV-Ausbau gebremst wird.
Und für uns heisst es: Wir müssen aufzeigen, dass es auch im Jahr 2060 und darüber hinaus ohne AKW geht.
Vergütungssystem anpassen
Statt die Sonnenenergie schlechtzureden, wie es einige Stromkonzerne tun oder eine Debatte um neue AKW zu entfachen, wie es der Bundesrat tut, muss das Vergütungssystem angepasst werden, damit Investitionen planbar amortisiert werden können. Denn die Photovoltaik ist mit einem Produktionsanteil von 14 Prozent Teil der kritischen Infrastruktur der Schweiz geworden. Die SSES-Fachgruppe VESE schlägt dazu etwa ein Kapazitätsmodell vor, bei dem nicht die eingespeiste Energie, sondern die bereitgehaltene Leistung vergütet wird.
Urs Scheuss ist Geschäftsleiter der SSES. Er ist promovierter Politikwissenschaftler und war über vierzehn Jahre lang Fachsekretär im Bereich Umwelt, Verkehr und Energie bei den GRÜNEN Schweiz. In dieser Zeit hat er die Schweizer Energiepolitik eng begleitet.